Die Gemeinde Ettenheim hat vor ca. 25 Jahren begonnen, die Asphaltdecken auf Straßen und Bürgersteigen durch Natursteinpflaster zu ersetzen. Das hat gravierende Nachteile für alle Bewohner der Innenstadt mit sich gebracht.
Wir sind der Meinung, dass hier die Belange verschiedener Personengruppen nicht berücksichtigt wurden und sogar gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten werden. Bei unserem Straßenbelag und der Anzahl der Fahrzeuge können die zulässigen Grenzen für Lärm nicht eingehalten werden.
Die Auswirkungen beim damaligen Wechsel von Asphalt auf Natursteinpflaster waren erheblich, und es handelt sich bei einer Zunahme von mindestens 3 dB um eine wesentliche Veränderung. Wir haben für drei verschiedene Stellen Gutachten, die das belegen. Gemäß der 16. BImSchV wurden Auswirkungen auf den Lärm vor Verlegung nicht geprüft oder zumindest nicht öffentlich kommuniziert. Ob ein Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen besteht, ist offen.
Zur Auswahl des Belages wurden Musterflächen verlegt und Rollstuhlfahrer in den Entscheidungsprozess mit einbezogen. Deren Wünsche wurden nicht berücksichtigt. Gegen den Rat von Experten und in Eigenverantwortung wurde ein Natursandstein aus Indien beschafft. Dafür gab es keine Garantie oder Gewährleistung durch die beauftragten Firmen. Dieses Schichtgestein war für die Belastung nie geeignet. Entscheidend waren Optik und Preis.
Die Begehbarkeit allgemein und die Befahrbarkeit mit Fahrrädern, Kinderwagen, Rollatoren ist erschwert und für Rollstuhlfahrer an manchen Stellen sogar fast unmöglich. Leider kommt es immer wieder zu Stürzen und Verletzungen. Keine zufriedenstellende Lösung für alle Bürger im Betreuten Wohnen oder im nahegelegenen Seniorenzentrum.
Die Steine wurden in ungebundener Bauweise verlegt. Das spart Kosten und lässt eine Versickerung von Oberflächenwasser teilweise zu. Gleichzeitig hat man alle Bäume und Grünflächen geopfert, was sich ebenfalls als Fehler herausgestellt hat. Viele Anwohner klagen über nasse Keller.
Die hohen Kosten für die Instandhaltung werden von der Allgemeinheit getragen und sind bisher aufgrund der fehlenden Kostenstelle noch nicht einmal genau zu beziffern. Für alle Anwohner kommen Schmutz und Sand in den Häusern, Fassaden und Fenstern noch dazu. Zigarettenkippen oder das in den Fugen wachsende Gras sind mit erheblichem Aufwand mühsam zu entfernen. Viele haben hier längst aufgegeben.
Der Gemeinderat hat entschieden. Nun soll das Pflaster für ca. 2 Mio. EUR im gesamten Bereich der Straße getauscht werden. Eine Verschwendung von Steuergeld ohne Reue. Die Rinnen und Bürgersteige sind angeblich in Ordnung und am Unterbau muss nichts geändert werden? Da haben wir große Zweifel.
Wir möchten das, wenn möglich, noch verhindern. Auch diese Entscheidung wurde wieder ohne Rücksicht auf die Lärmbelastung getroffen.